Kanäle und Seen

Die Schifffahrtswege in der Provinz Groningen erstrecken sich 900 Kilometer lang vom Reitdiep bis zum Damsterdiep, vom Wattenmeer bis zu den Ufern des verschwundenen Flusses Fivel. Daher finden Sie an der Küste Groningens auch zahllose Häfen, die teilweise noch immer als Fischereihäfen dienen, während andere mittlerweile zu Startpunkten für Wattwanderungen oder zu Jachthäfen umfunktioniert wurden. Wenn Sie die Einwohner Groningens nach dem schönsten Ort auf der Erde fragen, werden viele Noordpolderzijl antworten. Dieser Hafen befindet sich am äußersten Rand des niederländischen Festlands und eignet sich daher ideal als Ausgangspunkt für eine Wattwanderung.

Die offene und hügelige Gegend um das Damsterdiep besticht durch ihre Schönheit und Vielfalt und ist durch Warften, Kanäle, Deiche und Seen gekennzeichnet. Das Damsterdiep kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die ihren Anfang im 11. Jahrhundert nahm, als zur Anbindung an die Ems bei Farmsum ein Kanal angelegt wurde, der den Wasserhaushalt der tief liegenden Gebiete zwischen den heutigen Orten Ten Post und Delfzijl verbessern sollte. Dieser Kanal erhielt den Namen Delf.

Direkt bei der Warft Appingen fand sich ein günstiger Ort für die Ansiedlung einer Niederlassung der Händler, die über ein ausgedehntes Netzwerk von Kanälen und Wegen ihre Waren transportierten und Handel trieben. Aus dieser Handelsniederlassung entstand die Stadt Appingedam. Der Bau von drei Schleusen bei Farmsum zu Beginn des 14. Jahrhunderts führte dazu, dass Appingedam vom Verkehr der großen Seeschiffe abgeschnitten war. Stattdessen übernahm Delfzijl langsam aber sicher diese Funktion.

Um den Handel im Nordosten der Provinz Groningen besser kontrollieren zu können, erteilte die Stadtverwaltung von Groningen den Auftrag, einen schmalen Kanal zwischen der Stadt und Dijkshoorn zu graben (Lustige Maar), sodass 1424 eine Verbindung zwischen Delf und der Stadt Groningen hergestellt werden konnte. Später wurde der Name des Kanals in Damsterdiep geändert. So erhielt die Stadt Groningen über Delfzijl eine Wasserverbindung mit dem offenen Meer. An der Nordseite des Damsterdiep wurde ein Treidelpfad angelegt, der später befestigt wurde und den Namen Rijksweg erhielt.